Kerber ist neue Weltranglistenerste - und US-Open-Finalistin

Angelique Kerber wird ab Montag als erste deutsche Tennisspielerin nach Steffi Graf an der Spitze der Weltrangliste stehen. Sie schaffte es außerdem ins Finale der US Open - im Gegensatz zu Serena Williams.
Angelique Kerber
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Angelique Kerber

Was für ein Tag für Angelique Kerber: Erst hat sie es durch das Halbfinal-Aus von Serena Williams bei den US Open an die Spitze der Weltrangliste geschafft. Anschließend besiegte sie dann in ihrem eigenen Halbfinale die Dänin Caroline Wozniacki 6:4, 6:3.
Williams verlor am Donnerstag bei dem Grand-Slam-Turnier in New York gegen die Tschechin Karolina Pliskova mit 2:6, 6:7 (5:7). Die US-Amerikanerin hätte das Endspiel erreichen müssen, um eine Chance auf die Verteidigung ihrer Führung in der Weltrangliste zu haben. Nun wird sie am kommenden Montag von Kerber abgelöst.
Der frühere Weltranglistenerste der Herren, Boris Becker, gratulierte Angelique Kerber zum Sprung an die Spitze der Tennis-Weltrangliste. "Meine größte Wertschätzung...", schrieb der dreimalige Wimbledonsieger am Freitag auf Twitter. Mit Blick auf das Finale der US-Open verlangte Becker von Kerber aber auch, sich jetzt nicht zufriedenzugeben: "... aber Samstag wird auf Sieg gespielt!!!", twitterte Becker. Er war 1991 bei den Herren die Nummer eins und trainiert den Weltranglisten-Ersten Novak Djokovic, der bei den US Open am Freitag sein Halbfinale bestreitet.
Die 28-Jährige aus Kiel hat in diesem Jahr bei den Australian Open ihren ersten Grand-Slam-Titel gewonnen, in Wimbledon erst im Endspiel gegen Serena Williams verloren und bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro die Silbermedaille für Deutschland geholt.
Nur Steffi Graf war vor Kerber als deutsche Tennisspielerin die weltweite Nummer eins. 377 Wochen lang führte die deutsche Sport-Ikone die Wertung an. Serena Williams gelang das für 309 Wochen, zuletzt egalisierte sie mit 186 Wochen am Stück den Rekord von Steffi Graf.
Angelique Kerber ist die 22. Nummer eins im Damentennis seit Einführung der computerbasierten Weltrangliste im Jahr 1975. Im Folgenden finden Sie alle Weltranglistenersten im Überblick:
  • Chris Evert (USA): erstmals Nummer eins am 3. November 1975 - stand insgesamt 260 Wochen auf Platz eins
  • Evonne Goolagong (Australien): 26. April 1976 - 2 Wochen
  • Martina Navratilova (Tschechoslowakei): 10. Juli 1978 - 332 Wochen
  • Tracy Austin (USA): 7. April 1980 - 21 Wochen
  • Steffi Graf (Deutschland): 17. August 1987 - 377 Wochen
  • Monica Seles (Jugoslawien): 11. März 1991 - 178 Wochen
  • Arantxa Sánchez-Vicario (Spanien): 6. Februar 1995 - 12 Wochen
  • Martina Hingis (Schweiz): 31. März 1997 - 209 Wochen
  • Lindsay Davenport (USA): 12. Oktober 1998 - 98 Wochen
  • Jennifer Capriati (USA): 15. Oktober 2001 - 17 Wochen
  • Venus Williams (USA): 25. Februar 2002 - 11 Wochen
  • Serena Williams (USA): 8. Juli 2002 - 309 Wochen
  • Kim Clijsters (Belgien): 11. August 2003 - 20 Wochen
  • Justine Henin (Belgien): 20. Oktober 2003 - 117 Wochen
  • Amélie Mauresmo (Frankreich): 13. September 2004 - 39 Wochen
  • Maria Scharapowa (Russland): 22. August 2005 - 21 Wochen
  • Ana Ivanovic (Serbien): 9. Juni 2008 - 12 Wochen
  • Jelena Jankovic (Serbien): 11. August 2008 - 18 Wochen
  • Dinara Safina (Russland): 20. April 2009 - 26 Wochen
  • Caroline Wozniacki (Dänemark): 11. Oktober 2010 - 67 Wochen
  • Viktoria Asarenka (Weißrussland): 30. Januar 2012 - 51 Wochen

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